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bertl zagst
... kunst ...

wie gegenüber - auf augenhöhe
bertl zagst und frieder kerler

ausstellung im im rahmen von switch!
bahnwärterhaus, galerien der stadt esslingen
19. - 29. oktober 2010
 mehr über switch!
 

Bertl Zagst und Frieder Kerler, beide 1951 geboren, begegneten einander in den 70er Jahren an der Kunstakademie Stuttgart und blieben seither auch über große Distanzen in Kontakt. Im Laufe der Zeit machen sie immer wieder gemeinsame Sache. Aktuell nun im Bahnwärterhaus Esslingen.

Die besonderen Aspekte der örtlichen Situation waren Ausgangspunkt verschiedener Koproduktionen, die sich um Transport, Verbindung, Nähe und Ferne, Reisen, Erwartung, Sehnsucht und manches mehr drehen.

Zentral steht und fährt dafür der "Gedankenwagen", in der Tradition der Triumphwagen, er tritt hier als Metapher auf für die Beförderung von Ideen in Aktion. Vom Beobachter bewegt, mag er direkt als Medium des Einfalls oder der Erkenntnis erlebt werden.








Ihm zur Seite findet eine "Verfolgungsfahrt" statt: Ein bemerkenswertes Kinderspielzeug, hergestellt in China, erworben auf dem Basar in Marrakesch, zeigt George W. Bush als gepanzerten Krieger, wie er Bin Laden eine Bahnstrecke entlang jagt. Der Experimentiertisch, auf dem diese Stellvertreteraktion inszeniert ist, verdeutlicht beziehungsreich die Drohkulisse mit Modellcharakter.






Ein ankommender Zug als Filmsequenz der Brüder Lumière ist vielleicht bereits Teil der kollektiven Erinnerungen unserer Kultur. Es soll der erste öffentlich gezeigte Film gewesen sein. Berichtet wird von dieser denkwürdigen Vorführung, dass das Publikum aus Furcht vor der einfahrenden Lokomotive schreiend den Saal verlassen habe. Dieses Entsetzen scheint uns heute zweifelhaft, angesichts des gezeigten Bahnsteigs und der offenbar alltäglichen Situation des Aus- und Einsteigens. Was die Zuschauer damals erschreckt haben könnte, liegt auf der Hand: die Vorstellung der lebensgefährlichen Gewalt der Maschine. Diese Bedrohung wächst mit der näher kommenden Lokomotive. Die berühmte Lumière-Szene wird zum Vergleich zitiert.

Daneben besorgen einige Bilder allerlei eigene "Gedankentransporte":
Bertl Zagst zeigt digitale Drucke, die sich mit Pieter Breughels Stich "Triumph der Zeit" auseinandesetzen. Auch hier ist ein Wagen zentrales Motiv.







Die Bilder sind, wie die Installationen, Angebote Anschlüsse zu versuchen, eigene Fortsetzungen zu erwägen, Gesprächsfäden aufzunehmen.

Die Künstler danken für die Einladung und die freundliche Unterstützung durch das Kulturreferat und die Galerien der Stadt Esslingen am Neckar, sowie durch die Stiftungen der Landesbank Baden-Württemberg und Fa. Schmidt – Stahlbau in Kirchheim/Teck für die technische Unterstützung.

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