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bertl zagst
... kunst ...

katja wunderling - bertl zagst
ausstellung städtische galerie bad wimpfen
 

Ausstellung
vom 22. Marz bis 2. Juni 2013
im Alten Spital Bad Wimpfen
Dienstag bis Sonntag 10-12 und 14-17 Uhr

doppler, l/b/h 130/100/50 cm, 2013, stahl

Wie sich zwei Künstler "die Bälle zuspielen":
 
Die Städtische Galerie im Alten Spital Bad Wimpfen zeigt noch bis zum 2. Juni 2013 die Ausstellung "Katja Wunderling & Bertl Zagst". Bei der Vernissage am Freitag, den 22. März 2013, nutzte der Kunsthistoriker Günter Braunsberg M.A. in seiner Laudatio die Gelegenheit aus dem Wechselspiel der beiden künstlerischen Positionen grundsätzliche Aussagen zur zeitgenössischen Kunst zu entwickeln.
Katja Wunderling und Bertl Zagst kannten sich vor dieser Ausstellung noch nicht. Sie wurden von Seiten der Ausstellungsorganisatoren zusammengebracht. Um so erstaunlicher ist es, wie es ihnen gelang, ihre Arbeiten so auszuwählen und zu platzieren, dass zwischen den einzelnen Werkgruppen ein spannender ästhetischer Dialog entsteht. So hängte Katja Wunderling einige ihrer zarten, weißen Bilder aus Transparentpapier ganz bewusst im Kontrast zu den massiven, schwarzen Bildobjekten aus Gummischläuchen von Bertl Zagst in den ersten Ausstellungsraum. Letzterer wiederum stellte eine seiner Metall-Faltungen vor Wunderlings Papierarbeiten, wodurch sehr deutlich wird, dass die vom Material her massiv und unveränderlich wirkende Metallskulptur durchaus einen engen Bezug zu Arbeiten aus Papier und Pappe hat. Exemplarisch führt sie vor, wie durch Knickungen und Abwinklungen der Flächen Raum entstehen kann. Diese Idee wird nochmals verdeutlicht in der daneben aufgestellten Gruppe kleiner "Labile"-Skulpturen, welche wie eine eng zusammengerückte Herde filigraner Stelzenläufer auftreten. Zagst entwickelte hier aus vorgefundenen Metallplatten, welche Gebrauchs- und Farbspuren aufweisen, zarte Gebilde, die Linie, Fläche und Raum in Bezug setzen. Vergleichbar, aber aufgrund ihrer Schwere und Massivität völlig konträr auf den Betrachter wirkend, führt Zagst die Wechselwirkungen zwischen erster, zweiter und dritter Dimension in seinen großen Metallskulpturen vor Augen, deren vom Künstler erzeugte Rost-braune Oberflächen einen deutlichen Farbakzent in die Ausstellung bringen.

FII/13 l/b/h 64/43/50 cm, 2013, stahl

Bertl Zagst vertritt mit seinen für Bad Wimpfen ausgewählten Arbeiten die Tradition der Skulptur, die in der aktuellen Kunst erweitert werden kann, hin zur Bild-Tafel im Sinne der Malerei-Geschichte, oder in Richtung Objekt-Kunst. Katja Wunderling hingegen startete ihren Weg als Künstlerin im Kontext der Malerei. Auch einige ihrer aktuellen Arbeiten besitzen einen traditionellen Halbkreide-Grund, auf den Malschichten aufgetragen wurden, welche je nach Bildmotiv oder -struktur auch wieder abgekratzt sein können, um darunterliegende Farbschichten frei zu legen und als Linien oder Flächen für den Bildorganismus nutzbar zu machen. Sehr charakteristisch für die Künstlerin sind eingearbeitete Naturmaterialien, wie zum Beispiel Samenkörner, die in schwingenden Reihen oder geschlossenen Kreisen angeordnet Linien und Flächen entstehen lassen, deren optisch verfließende Aura durch die Schattenwirkungen der feinen "Wurmfortsätze" der Samenkörner erzeugt werden. Wunderling arbeitet häufig auch ganz vom Naturmaterial her und formt so zum Beispiel "Lunaria-Scheiben", deren Hell-Dunkel-Glanz an Mondlicht denken lässt.
Meditationskreise? Oder doch "nur" Erinnerungen an Wespennester? Von Arbeit zu Arbeit variiert der Fokus zwischen real vorhandenem Natur-Material und Assoziationsketten, die den Betrachter in den Sternenhimmel oder gar an die Schwelle zur Transzendenz führen können.
 
Die Städtische Galerie im Alten Spital Bad Wimpfen ermöglicht jedem Besucher der Ausstellung "Katja Wunderling & Bertl Zagst" eine kreative Auseinandersetzung mit der Kunst und mit sich selbst - im Sehen, Vergleichen, Assoziieren.
 

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